{"id":392,"date":"2020-07-30T08:52:35","date_gmt":"2020-07-30T06:52:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/?page_id=392"},"modified":"2022-12-22T19:23:57","modified_gmt":"2022-12-22T18:23:57","slug":"50-jahre-leidenschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/50-jahre-leidenschaft\/","title":{"rendered":"50 Jahre Leidenschaft"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"has-text-align-center font-montserrat-alternates wp-block-heading\" style=\"font-size:45px\">Eine feste Gr\u00f6\u00dfe<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>von Florian Maier<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Orpheus \u2013 eine Lichtgestalt der griechischen Antike, die wie kaum eine andere f\u00fcr die Kraft der Musik und die emotionale Tiefe der menschlichen Seele zugleich steht. Nicht umsonst besch\u00e4ftigten sich K\u00fcnstler \u00fcber die Jahrhunderte stets aufs Neue mit dem griechischen Heros (und tun es nach wie vor), nat\u00fcrlich auch in der sch\u00f6pferischen Kreativit\u00e4t der Musik, in der jener antike S\u00e4nger und Dichter immer wieder rezipiert wurde. Claudio Monteverdis \u201eL\u2019Orfeo\u201c gilt weithin als eine der Geburtsstunden der Oper, in deren Historie sich im Laufe der Jahrhunderte auch Vertonungen desselben Stoffes von Christoph Willibald Gluck, Joseph Haydn, Jacques Offenbach, Ernst Krenek und Hans Werner Henze einreihten, um nur einige Beispiele zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfer Name also, den Clauspeter Koscielny und Klaus Laskowski vor 50 Jahren zur Betitelung ihres neuen \u201eInformationsmagazins f\u00fcr Oper, Konzert, B\u00fchne und Schallplatte\u201c w\u00e4hlten. Im Januar 1973 erschien die erste Ausgabe der Fachzeitschrift \u201eorpheus\u201c, die von da an monatlich \u00fcber aktuelle Operninszenierungen, Konzerte und bald auch Ballettauff\u00fchrungen informierte (mit einem j\u00e4hrlichen Sommer-Doppelheft Juli\/August). In einer Zeit, in der das Internet und damit auch der st\u00e4ndige Abruf neuer Inhalte inkl. mehrmaliger \u201eUpdates\u201c noch Zukunftsmusik war, erm\u00f6glichten die Magazingr\u00fcnder ihrer Leserschaft einen regelm\u00e4\u00dfigen umfassenden Rundblick \u00fcber aktuelle Ereignisse und Entwicklungen im Bereich Musiktheater.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:22px\"><strong>Passioniert, charmant, zuweilen auch skurril \u2013 die \u201eGr\u00fcnderjahre\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von Beginn an wurden dabei eigene Akzente und Schwerpunkte gesetzt \u2013 etwa mit der Rubrik \u201eOpernh\u00e4user der Welt\u201c. In Form von Fortsetzungsberichten wurde \u00fcber l\u00e4ngere Zeit Ausgabe f\u00fcr Ausgabe die Vergangenheit gro\u00dfer H\u00e4user reflektiert \u2013 der Komischen Oper Berlin, des Deutschen Opernhauses Berlin in den Jahren 1934 bis 1943 oder der Wiener Staatsoper nach 1945. Eine ebenso ausf\u00fchrliche wie leserbindende Plattform, die wohl auch die Neugier auf die n\u00e4chste Ausgabe steigern sollte und schnell zu einem treuen Abonnentenstamm f\u00fchrte. Bis heute konzentriert sich die Berichterstattung vor allem auf die dichte und reiche Theaterlandschaft des deutschsprachigen Raums. Doch bereits in den Anfangsjahren wagte man auch mehr als nur einen kurzen Blick in die internationale Opernwelt. Neben Spielplandaten aus L\u00e4ndern wie Spanien, Gro\u00dfbritannien, Frankreich und den USA wurde beispielsweise immer wieder \u00fcber die Opernpl\u00e4ne in der DDR und der \u010cSSR berichtet. Mit Erika Davidson gab es bereits im ersten Jahr eine New Yorker Korrespondentin, die Neuigkeiten von der Metropolitan Opera verbreitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eorpheus\u201c war von Beginn an ein in viele Ecken des musikalischen Kosmos blickendes Fachmagazin und zugleich ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Als Clauspeter Koscielny sich zur Gr\u00fcndung der Zeitschrift entschloss, war er 26 Jahre alt und hatte keinerlei Ahnung vom Verlagsgesch\u00e4ft, wie er selbst stets sagte. Ihn und seine Mitstreiter einte die menschliche Stimme als das \u201ewunderbarste Instrument der Welt\u201c. Und so eta\u00adblierte sich schnell eine redaktionelle Struktur vieler passionierter Opernfans, durch die der \u201eorpheus\u201c in seinen ersten Jahrg\u00e4ngen einen ganz eigenen, unmittelbaren und charmanten Zugang erhielt. Opernfreunde schrieben f\u00fcr Opernfreunde und berichteten dabei in sehr ehrlichen und starken Worten von ihren Eindr\u00fccken beim Besuch einer Inszenierung oder dem H\u00f6ren einer neuen Einspielung. Damit einhergehend kam es \u2013 so verr\u00e4t der Blick ins Archiv \u2013 von Zeit zu Zeit auch zu einem sehr pers\u00f6nlichen und emotionsgeladenen Stil, den man aus heutiger Distanz durchaus als verletzend und unprofessionell einstufen w\u00fcrde (\u201ed\u00fcmmliche Handlung\u201c; \u201eDas Ganze war so peinlich, da\u00df man es schnell vom Spielplan nehmen sollte, damit nicht noch weiteres Unheil auf dem so gesch\u00e4ndeten Sektor Musical angerichtet wird\u201c etc.).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-678x1024.jpg\" alt=\"Orpheus Cover\" class=\"wp-image-1781\" width=\"387\" height=\"585\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-678x1024.jpg 678w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-768x1160.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-1017x1536.jpg 1017w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-1356x2048.jpg 1356w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-500x755.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-800x1208.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-1280x1933.jpg 1280w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-870x1314.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001-600x906.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titelseite-Orpheus-1_1973-001.jpg 1401w\" sizes=\"(max-width: 387px) 100vw, 387px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Erstausgabe Januar 1973<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-678x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1790\" width=\"387\" height=\"584\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-678x1024.jpg 678w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-768x1160.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-1017x1536.jpg 1017w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-500x755.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-800x1208.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-870x1314.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662-600x906.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Orpheus-Magazin-50-Jahre-Leidenschaft-erstes-Edi-1_1973--e1609526453662.jpg 1076w\" sizes=\"(max-width: 387px) 100vw, 387px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das erste Editorial<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Von vornherein ein Herzst\u00fcck des redaktionellen Konzepts: die pers\u00f6nliche Bindung zum Leser. Bereits 1974 kam es zur ersten Wahl des beliebtesten Opernstars, die Leonie Rysanek und Pl\u00e1cido Domingo f\u00fcr sich entscheiden konnten. Daneben bot man schon fr\u00fchzeitig Sammelschuber mit \u00fcbersichtlichem Index an \u2013 eine durchaus begr\u00fc\u00dfenswerte Entscheidung angesichts der aus heutiger Sicht etwas skurril anmutenden Praxis, s\u00e4mtliche Seiten eines Jahrgangs \u00fcber die einzelnen Monate hinweg fortlaufend zu nummerieren, wodurch man in einer Dezember-Ausgabe regelm\u00e4\u00dfig mit Seite 738 und Co. konfrontiert wurde. Die Erscheinungsform des Magazins blieb zun\u00e4chst \u00fcber Jahre hinweg das DIN A5-Format, erst 1990 wurde es im Zuge einer grafischen Umgestaltung und inhaltlichen Erweiterung auf die bis heute bestehende, etwa doppelte Gr\u00f6\u00dfe angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende des Jahres 1977 schied Klaus Laskowski wegen seiner Regiet\u00e4tigkeit als Chefredakteur aus, ohne dem Magazin in den Folgejahren als Journalist ganz verloren zu gehen. Clauspeter Koscielny blieb weiterhin Herausgeber sowie organisatorischer Leiter und wurde bald darauf auch alleinverantwortlicher Chefredakteur. Unter seiner Leitung etablierte sich der \u201eorpheus\u201c \u00fcber vier Jahrzehnte zu einem Fachmagazin, das nicht mehr aus der Branche wegzudenken war. Neben Rezensionen und Interviews mit S\u00e4ngern, Dirigenten und Intendanten konnte sich die Zeitschrift auch mit eigenwilligen Schwerpunkten und Themenstellungen ein unverwechselbares Profil erarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:22px\"><strong>Von Mammutprojekten und dem Mut zur eigenen Stimme<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eines der beliebtesten Formate in der Leserschaft stellte dabei eine Serie dar, die im Dezember 1981 mit Giacomo Meyerbeers \u201eL\u2019\u00e9toile du nord\u201c startete: \u201eDie vergessene Oper \u2013 Ein F\u00fchrer f\u00fcr Fans\u201c. \u201eDa\u00df dem wissensdurstigen Opernfreund bei der Lekt\u00fcre auch des ausf\u00fchrlichsten Opernf\u00fchrers keinesfalls alle Fragen beantwortet werden, ist eine Erfahrung, die sicherlich jeder schon einmal machen mu\u00dfte. Um diesen Mangel ein wenig auszugleichen, beginnen wir heute eine Folge von Betrachtungen ehemals erfolgreicher und heute vergessener Opernwerke, die es wert sind, von neuem beleuchtet zu werden\u201c, erl\u00e4uterte die Redaktion um Koscielny ihr Vorhaben und traf damit den Nerv der Zeit: Sage und schreibe 238 (!) Werke wurden zwischen 1981 und 2017 vorgestellt. Darunter finden sich selten gespielte Opern beliebter Komponisten wie \u201eDie Feen\u201c von Richard Wagner, Kurt Weills \u201eDer Silbersee \u2013 Ein Winterm\u00e4rchen\u201c oder auch die einzige vollendete Oper von Franz Liszt, \u201eDon Sanche ou le ch\u00e2teau d\u2019amour\u201c. Demgegen\u00fcber wurden aber auch zahlreiche Werke besprochen, deren Komponisten zu Lebzeiten durchaus zu Ruhm gelangten, heute aber weitgehend in Vergessenheit geraten sind, darunter Heinrich Dorn (\u201eDie Nibelungen\u201c), Pierantonio Tasca (\u201eA Santa Lucia\u201c) und Albert Dietrich (\u201eRobin Hood\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die kritische Reflexion der Gegenwart blieb nicht aus, h\u00e4ngen musikdramatische Projekte doch bis heute immer auch stark von kulturpolitischen Parametern ab. Und so waren kritische und durchaus streitbare T\u00f6ne zum Status quo der Theaterlandschaft seit jeher Teil des Magazinprofils, etwa 1989, als der Bariton Bernd Weikl seine Ansichten zu \u201ewerkdienlicheren Berufsbedingungen f\u00fcr S\u00e4nger\u201c \u00e4u\u00dferte. Vier Jahre sp\u00e4ter folgte mit \u201eMusikszene heute \u2013 Die \u201aMacher\u2018\u201c eine neue Serie, die Einblicke in die schnelllebige Musikwelt geben sollte: \u201eDie Schallplattenindustrie ist in der Krise, der Niedergang der Musik- und besonders der Opernszene wird allgemein beschworen, die Konditionen f\u00fcr S\u00e4nger, Theater und Industrie sind nicht mehr dieselben wie noch vor 10 Jahren. In den n\u00e4chsten Ausgaben sollen in loser Folge die \u201aMacher\u2018 der Musikszene, also Produzenten, Opernintendanten, Agenten und andere Organisatoren zu ihrem Metier und ihrer Verantwortung befragt werden, um dem Laien ein m\u00f6glichst breites Bild der Arbeits- und Produktionsbedingungen dieser oft nur an der Oberfl\u00e4che glitternden Welt zu vermitteln. Denn das Gesch\u00e4ft ist beinhart.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIst das Theater noch zu retten?\u201c, fragte die Dramaturgische Gesellschaft ebenfalls bereits auf ihrer Jahrestagung 1982. Dem Gedanken ambivalenter, von unterschiedlichen Gesichtspunkten betrachtender Kultur-Berichterstattung verpflichtet, setzten Clauspeter Koscielny und sein ab 1982 f\u00fcr mehr als zwei Jahrzehnte t\u00e4tiger neuer Chefredakteur Geerd Heinsen \u00fcber die Jahre immer wieder neue Schwerpunkte (darunter auch die Aufarbeitung des k\u00fcnstlerischen Erbes der DDR), fragten kritisch nach und suchten nach Impulsen f\u00fcr die Zukunft der immer wieder totgesagten Kunstform Oper. Einen relevanten Beitrag zur Kunst schaffen \u2013 das war nicht nur das stete Ziel Clauspeter Koscielnys, daf\u00fcr wurde er 2011 auch mit dem KulturPreis Europa ausgezeichnet, der ihn f\u00fcr 40 Jahre F\u00f6rderung junger musikalischer und journalistischer Talente w\u00fcrdigte.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:22px\"><strong>Das Ende einer \u00c4ra?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend sich die Oper trotz aller Unkenrufe in unterschiedlichen, auch intermedialen Erscheinungsformen neuer Beliebtheit erfreute und bis heute ihre eigene Renaissance erlebt, ver\u00e4nderte sich der Zeitschriftenmarkt. Damit musste auch die \u201eorpheus\u201c-Redaktion umgehen, die im Zuge der Refinanzierung \u00fcber die Jahrzehnte wie andere Magazine auch nicht g\u00e4nzlich auf Preiserh\u00f6hungen verzichten konnte. Im Januar 2003 wurde die Erscheinungsweise des Fachmagazins auf einen zweimonatigen Turnus umgestellt, w\u00e4hrend sich das Internet gem\u00e4\u00df des \u201eup to date\u201c-Credos mit fortschreitender Geschwindigkeit und Informationsdichte zu einer neuen Konkurrenz f\u00fcr gedruckte Publikationen entwickelte. Als Ende 2012 der 40. Jahrgang des \u201eorpheus\u201c vollendet war, bedeutete dies zugleich das Ende einer \u00c4ra \u2013 in einem beiliegenden Sondermagazin bedankte sich Clauspeter Koscielny f\u00fcr die jahrzehntelange Treue seiner Leserschaft und verk\u00fcndete das Ende der Erscheinung des Magazins unter seiner Leitung. Es sollte das vorl\u00e4ufige Aus des \u201eorpheus\u201c bedeuten. Nach vier Jahrzehnten eigenverantwortlicher Herausgeberschaft bestand durchaus der Wunsch, die Zukunft des Magazins gesichert zu wissen. Doch die Last der alleinigen Verantwortung f\u00fcr ein inzwischen derart gewachsenes Projekt wollte Clauspeter Koscielny im fortgeschrittenen Alter wohl nicht mehr alleine tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 40 Jahren Magazingeschichte und um die 400 Ausgaben (plus zahlreiche Sonderbeilagen mit eigenen Schwerpunkten) schien die Musikbranche nun um ein traditionsreiches Format \u00e4rmer zu sein. Doch so einfach wollte Koscielny nicht aufgeben und Mitte 2015 \u2013 nach zweieinhalb Jahren Abstinenz \u2013 gelang es ihm, zusammen mit der Augsburger Kulturmanagerin Iris Steiner seine Zeitschrift im M\u00fcnchner MuP Verlag aus dem \u201eDornr\u00f6schenschlaf\u201c zu erwecken. Mit optischem Relaunch, einer Erweiterung des Ressortspektrums und neuen Vertriebswegen wagte der \u201eorpheus\u201c den Sprung ins f\u00fcnfte Jahrzehnt. Das Konzept ging neue Wege, ohne seine Anf\u00e4nge zu verleugnen: Nach wie vor sind jahrzehntelange journalistische Weggef\u00e4hrten mit an Bord und parallel gibt man auch \u201eneuen Stimmen\u201c Raum. Pl\u00f6tzlich und unerwartet verstarb im April 2017 Clauspeter Koscielny, das Team sortierte sich neu und Iris Steiner \u00fcbernahm nach einer kurzen \u00dcbergangszeit das Magazin in ihren eigenen Augsburger Verlag Kulturb\u00fcro. Zu Beginn des Jahres 2020 wurde die Orpheus Verlags GmbH gegr\u00fcndet, Iris Steiner \u00fcbernahm die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. \u201eDer \u201aorpheus\u2018 wurde und wird getragen vom Herzblut des Gr\u00fcnders Clauspeter Koscielny und seiner Mitstreiter. Das gilt bis heute und daran werden wir uns auch in Zukunft orientieren \u2013 bei all der n\u00f6tigen Entwicklung im 21. Jahrhundert.\u201c Vor 50 Jahren gestartet, gilt damit bis heute, was Clauspeter Koscielny zum 30-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um 2003 in Anspielung auf den mythologischen Paten des Fachmagazins feststellte: \u201eAnders als unser Namensgeber blicken wir nicht zur\u00fcck, schon gar nicht \u201aim Zorn\u2018, sondern stramm nach vorne.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-cover alignwide is-light\" style=\"min-height:80px;aspect-ratio:unset;\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-white-background-color has-background-dim\"><\/span><img decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"1000\" class=\"wp-block-cover__image-background wp-image-3715\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287.jpg\" data-object-fit=\"cover\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287.jpg 1500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287-1280x853.jpg 1280w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287-870x580.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/marjanblan-_kUxT8WkoeY-unsplash-scaled-e1609345506287-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:2%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:96%\">\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-regular-font-size\"><strong><strong><strong>Clauspeter Koscielny<\/strong> \u2013 <strong>Epilog, \u201eorpheus\u201c 11+12\/2012<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/201130_portrait_clauspeter_koscielny_hochformat.jpg\" alt=\"Clauspeter Koscielny\" class=\"wp-image-1741\" width=\"226\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/201130_portrait_clauspeter_koscielny_hochformat.jpg 400w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/201130_portrait_clauspeter_koscielny_hochformat-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Clauspeter Koscielny<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-regular-font-size\">Mein damaliger Freund Klaus Laskowski, Journalist in der Medienbranche, war von meiner Opernmagazin-Idee absolut \u00fcberzeugt und meinte, dann machen wir es eben. Also los! Von Verlagsf\u00fchrung nicht die geringste Ahnung, doch ausgestattet mit unb\u00e4ndiger Leidenschaft f\u00fcr die menschliche Stimme, f\u00fcr das Musiktheater generell und einer heute nicht mehr vorstellbaren konstruktiven Naivit\u00e4t, bastelten wir im wahrsten Sinne des Wortes die erste Ausgabe in meiner K\u00fcche auf einer Glasplatte als Papiermontage zusammen \u2013 allerdings ohne zu wissen oder auch nur im geringsten zu ahnen, welche Risiken und Nebenwirkungen da auf uns zukommen werden. Endlich, im Januar 1973 war der \u201eorpheus\u201c geboren und wurde unter Mitwirkung der unterschiedlichsten Freundes- und Interessengruppen regelrecht gro\u00dfgezogen, er hatte seine Kindheit, seine Jugend, \u201eorpheus\u201c hatte seine Studienjahre, zwischendurch auch seine Flegeljahre, war manchmal provokant und sogar politisch nicht unaktiv \u2013 z.B. boykottierten wir jegliche Berichterstattung \u00fcber Frankreichs Opernleben in der Zeit, als die franz\u00f6sische Regierung im Pazifik ihre Atomversuche unternahm! \u2013 die damalige Pariser Presseattachese Suzy L\u00e9fort, die absolute K\u00f6nigin der franz\u00f6sischen Kultur-Presse, w\u00fcrdigte unsere mutige Haltung und bot uns kurz darauf in Monaco bei einem Galabanquet im Beisein von F\u00fcrst Rainier III. das Du an. Gott, waren wir stolz darauf, denn nun standen wir auf der Liste der wichtigsten Pressemitglieder ganz oben, und das war das Entr\u00e9e f\u00fcr die bedeutenden Opernpremieren und Konzertereignisse in ganz Frankreich und Monaco.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:2%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:5px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine feste Gr\u00f6\u00dfe von Florian Maier Orpheus \u2013 eine Lichtgestalt der griechischen Antike, die wie kaum eine andere f\u00fcr die Kraft der Musik und die emotionale Tiefe der menschlichen Seele zugleich steht. Nicht umsonst besch\u00e4ftigten sich K\u00fcnstler \u00fcber die Jahrhunderte stets aufs Neue mit dem griechischen Heros (und tun es nach wie vor), nat\u00fcrlich auch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":8392,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"template-cover.php","meta":{"tpgb_global_settings":"","_editorskit_title_hidden":true,"_editorskit_reading_time":7,"_editorskit_is_block_options_detached":false,"_editorskit_block_options_position":"{}","_eb_attr":"","footnotes":""},"class_list":["post-392","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"tpgb_featured_images":{"full":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Header_Magazine_50Jahre.jpg",2000,1043,false],"tp-image-grid":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Header_Magazine_50Jahre-700x700.jpg",700,700,true],"thumbnail":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Header_Magazine_50Jahre-600x157.jpg",600,157,true],"medium":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Header_Magazine_50Jahre-1200x626.jpg",1200,626,true],"medium_large":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Header_Magazine_50Jahre-768x401.jpg",600,313,true],"large":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Header_Magazine_50Jahre-1920x1001.jpg",600,313,true],"default":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/plugins\/the-plus-addons-for-block-editor\/assets\/images\/tpgb-placeholder.jpg"},"tpgb_post_meta_info":{"get_date":"30. 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