{"id":10593,"date":"2025-04-29T14:00:00","date_gmt":"2025-04-29T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/?p=10593"},"modified":"2025-04-28T21:18:39","modified_gmt":"2025-04-28T19:18:39","slug":"the-listeners-chicago","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/2025\/04\/29\/the-listeners-chicago\/","title":{"rendered":"Zum Beispiel: Chicago"},"content":{"rendered":"<p><em>von Iris Steiner<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Zugegeben, es war nicht einmal US-Premiere, was da am 30. M\u00e4rz an der Lyric Opera unter gro\u00dfer \u00f6ffent\u00adlicher Aufmerksamkeit erstmals auf die B\u00fchne kam. Nach der Urauff\u00fchrung in Oslo 2022 mit \u00dcbernahme nach \u00adPhiladelphia 2024 handelte es sich genau genommen schon um die letzte Station der Gemeinschaftsproduktion zwischen den drei Opernh\u00e4usern. Von Beginn an erfuhr das Werk der amerikanischen Shootingstar-Komponistin Missy Mazzoli und des kanadischen Librettisten und Filmemachers Royce Vavrek internationale Anerkennung von Kritikern und Publikum. Im Januar gab es am Aalto-Musiktheater Essen eine ebenfalls vielbeachtete deutsche Erstauff\u00fchrung in der Inszenierung von Anna-Sophie Mahler. Und auch Opernh\u00e4user in Australien und Kanada bekunden Interesse. Gelingt hier einer neuen Oper der Sprung ins breite Publikum?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:24px\"><strong>Emotionale Charakterstudien zwischen Tonalit\u00e4t und Atonalit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bereits die literarische Grundlage, der Roman \u201eDas Summen\u201c von Bestsellerautor Jordan Tannahill, war ein internationaler Publikumserfolg. Librettist Vavrek wei\u00df die emotionale und d\u00fcstere Geschichte rund um menschliche Erfahrungen und aktuelle gesellschaftliche Themen f\u00fcr Libretto und Konzept zu nutzen. Nicht zum ersten Mal bew\u00e4hrt sich auch das Team Mazzoli\/Vavrek: Nach \u201eBreaking the \u00adWaves\u201c (2016) und \u201eProving Up\u201c (2018) ist \u201eThe Listeners\u201c bereits ihre dritte gemeinsame Oper. Mazzoli erkl\u00e4rte \u00f6ffentlich, dass sie \u201eetwas \u00fcber Macht-Ungleichgewichte und eine Frau mittleren Alters, die sich in einer Extremsituation wiederfindet\u201c schaffen wollte. Sie sei \u201einteressiert daran gewesen, wie manche Menschen, h\u00e4ufig M\u00e4nner, zu Anf\u00fchrern von Gruppen werden, wie sie ihren Weg zur Macht manipulieren und vulnerable Menschen ausbeuten\u201c. Auch das Ph\u00e4nomen des \u201eglobalen Summens\u201c, von dem Studien zufolge bis zu vier Prozent der Weltbev\u00f6lkerung betroffen seien, eigne sich \u201eperfekt f\u00fcr das Musiktheater, da es sich um eine akustische Erscheinung handelt\u201c. Im Ergebnis liefert \u201eThe Listeners\u201c eindringliche Charakterstudien mit emotionaler Tiefe und dreht sich inhaltlich um Isolation sowie die Suche nach menschlichen Verbindungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10595\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver-870x580.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/28-LOC-The-Listeners-photo-Cory-Weaver.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Koproduktion der Opernh\u00e4user Oslo\/Philadelphia\/Chicago in der Regie von Lileana Blain\u00ad-Cruz setzt auf \u00adrealit\u00e4tsnahe Bilder des modernen Amerika (Foto Cory Weaver)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mazzolis Musiksprache, bekannt f\u00fcr ihre Vielschichtigkeit und den experimentellen Ansatz, kombiniert einmal mehr traditionelle klassische Elemente mit elektronischen Kl\u00e4ngen und unkonventioneller Instrumentierung. Eine Klangwelt zwischen \u201evertraut\u201c und \u201eneuartig\u201c sowie h\u00e4ufige repetitive musikalische Muster erzeugen dazu intensive emotionale Wirkung. Die Komponistin beherrscht das Spiel mit kraftvollen wie subtilen Mitteln \u2013 manchmal hat ihre Musik geradezu hypnotische Wirkung. Ein wenig wie bei Filmmusik \u00fcbrigens, obwohl die Komposition keineswegs als \u201eBegleitfunktion\u201c zur Handlung abgetan werden kann. Ganz im Gegenteil: Sie pr\u00e4gt die Gesamtstimmung und verschmilzt mit der Energie der einzelnen Szenen. Die 44-j\u00e4hrige US-Amerikanerin jongliert mit Melodien \u00e0 la Puccini ebenso gekonnt wie mit komplexen Harmonien und kontrastierender Rhythmik. Durch etwa den Einsatz von Glissandos wird aus einer Dissonanz schnell mal eine Konsonanz. \u201eSlippery\u201c nennt Dirigent Enrique Mazzola diese Tonalit\u00e4t und den Werksstil insgesamt \u201emelodical-dramatical\u201c: \u201eMissy wei\u00df, wie man f\u00fcr Stimmen schreibt und f\u00fcr Orchester.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Chicagos Music Director, dessen Vertrag gerade bis 2031 verl\u00e4ngert wurde, war die Produktion auch in anderer Hinsicht eine Besondere. \u201eWenn die Komponistin in unsere Arbeit selbst involviert ist und unmittelbar hinter einem sitzt, ist das nicht nur ungewohnt, sondern macht auch ungleich nerv\u00f6ser. Zumal die Orchestrierung alles andere als leicht ist und die Partitur riesig.\u201c Zweimal eine Stunde dauert die Oper. \u201eMan ist die ganze Zeit irgendwie in Trance\u201c, beschreibt \u00adMazzola die k\u00fcnstlerische Spannung. \u201eDie Komposition folgt meisterhaft einem gro\u00dfen musikalischen Bogen und zugleich vielen \u00adEinzelaspekten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:24px\"><strong>Neue Oper \u2013 In Chicago \u00adbereits Tradition<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>John Mangum, seit einem halben Jahr General Director, sieht die Erfolgsaussichten des Werkes noch von einer anderen Seite: \u201eIch habe ,The Listeners\u2018 von meinem Vorg\u00e4nger geerbt, da die Vertr\u00e4ge nat\u00fcrlich schon vor Jahren geschlossen wurden. Aber ich bin sehr gl\u00fccklich mit dieser Produktion, Missy Mazzoli und Royce Vavrek haben einen hohen Bekanntheitsgrad in Chicago \u2013 beim Publikum und unseren Sponsoren.\u201c Nicht zuletzt folgt man auch der bestehenden Tradition, moderne amerikanische Oper im Programm zu etablieren. \u201eWir haben mittlerweile ein Publikum entwickelt, das bereits darauf wartet.\u201c Immerhin f\u00fcnf Mal steht \u201eThe Listeners\u201c auf dem Spielplan \u2013 bei der Gr\u00f6\u00dfe des Hauses f\u00fcr potenzielle 16.000 Besucherinnen und Besucher. \u201eWir haben ziemlich gro\u00dfe Erfahrung darin, wie die Produktion neuer St\u00fccke auch wirtschaftlich funktionieren kann\u201c, meint Mangum. \u201eF\u00fcnf Vorstellungen sind demnach schon eine Aussage \u2013 selbst Beethovens ,Fidelio\u2018 hatten wir nur sechsmal im Programm.\u201c Man arbeitet im Stagione-Betrieb und sollte im fast komplett privat finanzierten US-Kultursystem eines immer im Auge behalten: Auch die zahlreichen Sponsoren und \u201eBoards\u201c m\u00fcssen mit im Boot sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die realit\u00e4tsnahe Inszenierung mit dem sehr amerikanischen \u201eSchulklasse- und Wohnhaus-Setting\u201c (B\u00fchne: Adam Rigg) zur Akzeptanz beim Chicagoer Publikum beitr\u00e4gt, kann man nur vermuten. Zumindest rief der Charakter der Nachrichtensprecherin im zweiten Teil \u2013 offensichtlich eine perfekte Imitation des Archetypen lokaler amerikanischer News-Stationen \u2013 zahlreiche spontane Lacher im Publikum hervor. Und auch die englische Sprache der Oper sei in dieser Hinsicht ein deutlicher Pluspunkt, erkl\u00e4rt Mangum. \u201eGerade, weil unsere Thematik \u2013 Isolation und Einsamkeit \u2013 sehr aktuell und unsere Inszenierung nah am Leben ist, m\u00f6chten wir, dass die Menschen sich auch durch ,ihre\u2018 Sprache ein St\u00fcck weit abgeholt f\u00fchlen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10598\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago-870x580.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Updated_Exterior_c-Lyric-Opera-of-Chicago.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das 1929 erbaute, aufwendig gestaltete \u201eCivic Opera House\u201c in Art-d\u00e9co-Architektur beherbergt heute die \u201eLyric Opera\u201c. Im Innenraum: prunkvolle, elegante Ausstattung \nund beeindruckende Akustik (Fotos Lyric Opera of Chicago, Darris Lee Harris Photography)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"680\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography-1024x680.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10597\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography-500x332.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography-800x531.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography-870x578.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography-600x399.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LOC-1588_02_c-Darris-Lee-Harris-Photography.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:24px\"><strong>\u201eNetworking\u201c \u2013 der Schl\u00fcssel zum Erfolg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit ihrer Gr\u00fcndung 1954 ist die Lyric Opera of Chicago fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. Verortet im \u201eCivic Opera House\u201c, einem architektonisch beeindruckenden Art-d\u00e9co-Geb\u00e4ude aus dem Jahr 1929, spielt man neben dem breiten klassischen Repertoire traditionell auch moderne, amerikanische Opern und legt gro\u00dfen Wert auf Bildungs- und Outreach-Programme. In einem System, das ein Jahresbudget von gut 75 Millionen Dollar am zweitgr\u00f6\u00dften Opernhaus der USA gro\u00dfteils durch privatwirtschaftliche Finanzierung stemmen muss, ist die Einbindung in die Stadtgesellschaft ohnehin \u00fcberlebenswichtig. \u201eDen Hauptanteil erwirtschaften wir aus Ticketeinnahmen und durch Fundraising, was meine allererste Aufgabe als General Director ist und sicher 50 Prozent meiner Arbeitszeit ausmacht\u201c, erkl\u00e4rt Mangum. \u201eEin signifikanter Unterschied zu Kollegen in Deutschland und Europa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wie viele Kulturinstitutionen in den USA besitzt auch die Lyric Opera ein sogenanntes \u201eBoard of Directors\u201c, eine gewachsene Gemeinschaft aus Spendern, Unterst\u00fctzern und Opernliebhabern, die dem Betrieb nicht selten auch mit ihrer Wirtschafts- und Politikexper\u00adtise unter die Arme greifen. Und erst vor wenigen Wochen freute man sich \u00fcber die sagenhafte 25-Millionen-Dollar-\u00adEinzelspende der Kunstliebhaberin Penelope Steiner. Als langj\u00e4hriges aktives Mitglied im Unterst\u00fctzer-\u00adBoard sorgt sie damit nun f\u00fcr neue k\u00fcnstlerische Perspektiven und w\u00fcnscht sich nicht zuletzt \u201ek\u00fcnstlerisches Top-\u00adLevel\u201c auf der B\u00fchne. Mit Generalmusikdirektor Mazzola pflegt sie auch eine pers\u00f6nliche Freundschaft. \u201eSie wei\u00df, dass ich nicht nur dirigieren m\u00f6chte, sondern dass es mir um mehr geht und ich dieses Haus entwickeln m\u00f6chte\u201c, meint der Italiener mit Geburtsort \u00adBarcelona. Und gibt auch gleich zu, dass f\u00fcr ihn ein privat finanziertes System zun\u00e4chst ungewohnt war. \u201eIch habe immer gedacht, staatliche Zusch\u00fcsse seien im Kulturbetrieb ,normal\u2018. Das ist aber eigentlich eine anonyme Sache, der Staat hat ja kein Gesicht. Hier kennt man im Gegensatz dazu jeden Einzelnen, der unsere Kunst unterst\u00fctzt. Diese Leute sitzen hinter Dir im Publikum \u2013 und man kann sich auch mal bei ihnen bedanken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson-1024x675.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10596\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson-1024x675.jpg 1024w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson-768x506.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson-500x330.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson-800x527.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson-870x573.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson-600x396.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Enrique-Mazzola-Penelope-Steiner-Sylvia-Neil-John-Mangum-c-Jaclyn-Simpson.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein gutes Team: Musikdirektor Enrique \u00adMazzola, die stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats und Gro\u00dfspenderin Penelope Steiner, Verwaltungsratsvorsitzende Sylvia Neil und Generaldirektor und CEO John Mangum (v. l. n.r.) (Foto Jaclyn Simpson)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So ist die Gro\u00dfspende dann auch gut eingebettet \u2013 in eine Vision, die man hier \u201eOper der Zukunft\u201c nennt: Gemeint sind (auch) Koproduktionen und Partnerschaften mit amerikanischen und europ\u00e4ischen H\u00e4usern. Mangum denkt pragmatisch: \u201eDa die meisten Menschen haupts\u00e4chlich ihr lokales Opernhaus besuchen, kann man diesen Kompromiss gut vertreten.\u201c Und auch im internen Arbeitsalltag eines Generalmusikdirektors lassen sich unmittelbare Auswirkungen feststellen, die Mazzola erst in Chicago gelernt hat. \u201eMusical Director ist hier auch eine soziale Position, die stark netzwerkt und Kontakte pflegt. Alles ist sehr pers\u00f6nlich und viel mehr als ein Gesch\u00e4ft. Eine Art, die meinem Wesen sehr entgegenkommt. Ich glaube \u00fcbrigens, dass wir in Europa zuk\u00fcnftig ebenfalls viel mehr Wert auf solche Dinge legen m\u00fcssen in Zeiten, in denen staatliche Zusch\u00fcsse zur\u00fcckgehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und selbst drohender \u201eCancel Culture\u201c eines Donald Trump sieht das Team Mangum\/Mazzola gelassen entgegen. Sie wissen ihr Publikum hinter sich. \u201eWir haben eine Vereinbarung mit der Stadt Chicago, abgesehen davon sind wir unabh\u00e4ngig und leben hier in einer der diversesten Gesellschaften der Welt. Es ist uns vor allem wichtig, f\u00fcr unser Publikum zu spielen. Und zusammen mit der Met die neue amerikanische Oper zu formen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:80px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-media-on-the-top has-background\" style=\"background-color:#f6f6f6\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\" style=\"font-size:22px\"><strong><strong><strong><strong>Dieser Artikel ist eine Leseprobe aus unserer Ausgabe Mai\/Juni 2025<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/product\/print-ausgabe-03-2025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Print-Ausgabe bestellen<\/a><\/strong> | <strong><a href=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/product\/pdf-ausgabe-03-2025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PDF-Ausgabe bestellen<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Missy Mazzolis \u201eThe Listeners\u201c an der Lyric Opera zeigt, wie \u201eOper der Zukunft\u201c aussehen k\u00f6nnte. 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