{"id":3881,"date":"2021-01-01T21:48:41","date_gmt":"2021-01-01T20:48:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/?p=3881"},"modified":"2021-01-06T18:57:09","modified_gmt":"2021-01-06T17:57:09","slug":"editorial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/2021\/01\/01\/editorial\/","title":{"rendered":"Editorial"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Liebe Leserinnen, liebe Leser,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Iris-Steiner.jpg\" alt=\"Iris Steiner\" class=\"wp-image-3890\" width=\"201\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Iris-Steiner.jpg 530w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Iris-Steiner-281x300.jpg 281w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Iris-Steiner-500x533.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>es sind schwierige Zeiten f\u00fcr das Musiktheater. Neben dem Schutz der Gesundheit aller \u2013 zurecht im Mittelpunkt des Interesses \u2013 werfen \u00fcberzogene Regelungen vor allem bei starren Besucherh\u00f6chstgrenzen in Opernh\u00e4usern und Theatern Fragen auf: Wer legt in einem gro\u00dfen Haus mit 2.000 Pl\u00e4tzen eine Obergrenze von 200 Besuchern fest \u2013 und \u00adwarum? Wieso werden unsere Kulturst\u00e4tten zu potentiellen Superspreadern erkl\u00e4rt, ohne dass auch nur ein einziges Beispiel dies verifiziert? FELIX AUSTRIA kann man da nur sagen, denn unser Nachbarland geht mit gutem Beispiel voran. Die Wiener \u00adStaatsoper und viele andere H\u00e4user und Festivals in ganz \u00d6sterreich zeigen jeden Tag, dass \u201ees geht\u201c, wenn der dementsprechende Wille vorhanden ist. Den spreche ich unseren deutschen Politikern so langsam ab. Im Mittelpunkt steht eine nicht mehr nachvollziehbare S\u00fcndenbock- und Almosenpolitik, die ungeachtet vielstimmiger Kritik aus allen Ecken des Kunstbetriebs auf einem sturen \u201eAlles bleibt wie es ist\u201c beharrt. \u201eOper ohne Angst\u201c lautet daher auch unser aktueller Titel ganz bewusst mit Blick auf Werte, die wir im \u00adBegriff sind, leichtfertig zu verspielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn WIE wichtig es ist, kulturelle Freiheiten zu verteidigen, zeigte uns ein so zuf\u00e4lliges wie dramatisches Beispiel in einem ganz anderen Zusammenhang. F\u00fcr den Beitrag \u00ad\u201eKunst in der \u00adKrise!?\u201c (ab Seite 32) befragten wir unter anderem Kulturunternehmer \u00adJochen Sandig, der mit der wei\u00dfrussischen B\u00fcrgerrechtlerin Maria \u00adKalesnikava in intensivem Austausch stand, bis sie im Kampf f\u00fcr die Demokratie in ihrem Land verhaftet wurde. Nach wie vor versucht er, den Kontakt mit ihr aufrechtzuerhalten. Parallel hat er mit anderen Akteuren einen offenen Brief zur Unterst\u00fctzung ihrer Freilassung an die Bundeskanzlerin geschrieben. Kurz vor Redaktionsschluss erhielten wir \u00fcber ihn diese aktuelle Mitteilung von Frau Kalesnikava aus dem Gef\u00e4ngnis in Belarus. Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihre Iris Steiner<\/strong><br>Chefredakteurin<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-media-on-the-bottom has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>\u201eTo the entire cultural community<\/strong>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhre Unterst\u00fctzung verleiht mir au\u00dfergew\u00f6hnliche Kraft und Inspiration. Ein solches Beispiel der Solidarit\u00e4t l\u00e4sst nicht nur die volle Kraft und den Wert unserer Gemeinschaft erkennen, sondern zeigt auch, dass dies eine von Prinzipien getragene Position ist. Wir arbeiten nicht nur daf\u00fcr, Ideale von G\u00fcte, Humanismus und Gerechtigkeit auszurufen, sondern sind auch bereit, sie zu \u00adverteidigen und f\u00fcr sie zu k\u00e4mpfen. \u203aKunst ist unpolitisch\u2039 \u2013 das ist eine g\u00e4ngige Aussage, insbesondere in postsowjetischen L\u00e4ndern. Dies ist jedoch nicht richtig. Kunst im 21. Jahrhundert ist untrennbar mit Politik verbunden. Es ist unm\u00f6glich, in einem System, in dem es Zensur, Staatsideologie und faktisch ein Verbot der freien Kreativit\u00e4t gibt, frei zu denken und zu arbeiten. Selbst in schwierigsten Zeiten benennen Kulturschaffende furchtlos die Probleme der \u00adGesellschaft, bringen Ungerechtigkeiten ans Licht und monieren mangelnde Freiheit. Daher ist die Kraft der Solidarit\u00e4t und der Zusammenhalt unserer Gemeinschaft nicht nur ein Beispiel f\u00fcr die gesamte Gesellschaft. Sie ist auch eine treibende Kraft, mit der gerechnet werden muss als Motor f\u00fcr Ver\u00e4nderungen und Transformationen in der Gesellschaft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\b<em>Maria Kalesnikava<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>#freekalesnikava \/ #kalesnikava<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser, es sind schwierige Zeiten f\u00fcr das Musiktheater. 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