{"id":6744,"date":"2021-10-29T10:32:00","date_gmt":"2021-10-29T08:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/?p=6744"},"modified":"2021-12-20T18:43:21","modified_gmt":"2021-12-20T17:43:21","slug":"ihre-besten-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/2021\/10\/29\/ihre-besten-jahre\/","title":{"rendered":"Ihre besten Jahre"},"content":{"rendered":"<p><em>von Claus-Ulrich Heinke<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eIch werde heulen bis zum Gehtnichtmehr\u201c, prophezeit Karen Stone ihre Gef\u00fchle, die sie beim Abschied als Generalintendantin des Magdeburger Theaters erwartet. Zwar liegt noch fast die ganze aktuelle Spielzeit vor ihr. Aber der Weggang wirft bereits erste Schatten und macht neugierig auf pers\u00f6nliche R\u00fcck\u00adblicke.<\/p>\n\n\n\n<p>12 Jahre lang lenkte sie in der Hauptstadt Sachsen-\u00adAnhalts die Geschicke eines Vier-Sparten-Hauses, verantwortlich f\u00fcr 440 Festangestellte in Oper, Ballett, Schauspiel und Konzert. \u201eIch liebe dieses Theater und diese Stadt\u201c, schw\u00e4rmt sie \u2013 immer mit einem L\u00e4cheln im Gesicht. Obwohl ihr Deutsch perfekt ist, verr\u00e4t ein leichter englischer Sound in der Stimme auch nach vielen Jahren die Herkunft von der britischen Insel. \u201eAls ich 2009 hierherkam, f\u00fchlte ich mich sofort willkommen. Vom Theater wie von der Verwaltung und Politik.\u201c Die vier vorangegangenen Jahre verbrachte Stone in Dallas, wo sie mit dem Stararchitekten Foster eine neue Spielst\u00e4tte planen und die ertragreiche amerikanische Sponsorenmentalit\u00e4t kennenlernen konnte. \u201eSpannend war dort auch, dass wir als Oper immer aktiv dabei waren, wenn die Stadt sich pr\u00e4sentierte, um neue bedeutende Unternehmen in die Region zu locken.\u201c Trotz aller k\u00fcnstlerischen Erfolge, einem Angebot zur Vertragsverl\u00e4ngerung und Unterst\u00fctzung durch das Management litt sie zunehmend unter dem sehr kommerziell orientierten \u201eStar-System\u201c in den USA. Und das subtropische Klima der Stadt machte ihr zu schaffen. \u201eIrgendwann hatte ich Sehnsucht nach einem sp\u00fcrbaren Wechsel der Jahreszeiten und vor allem nach einem nachhaltigen Ensemble-Theater.\u201c Beides erhoffte sie sich von \u00adMagdeburg, bewarb sich und setzte sich gegen f\u00fcnf Bewerber durch. Seitdem bringt sie nun jeden Tag, konzentriert und voller Begeisterung, die reichen Erfahrungen ihres bisherigen k\u00fcnstlerischen Lebens hier ein.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Schellack, Mrs. Lloyd Webber und das Royal Opera House<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und das begann in England. 1952 wurde Karen Stone in Horsforth (Yorkshire) geboren, in London Chelsea wuchs sie gemeinsam mit ihrer Schwester in einem an Kultur interessierten englischen Elternhaus mit \u2013 wie sie es nennt \u2013 kosmopolitischer Weite auf. \u201eChelsea war eine Ecke, in die damals die gesamte Welt wollte, ein Pilgerort f\u00fcr junge Menschen\u201c, erz\u00e4hlte sie vor einigen Jahren auf die Frage nach Ihrer Jugendzeit. \u201eDort zu leben war ein gro\u00dfer Luxus, den ich sehr genoss. Wir waren am Anfang einer Bewegung, in der junge Menschen erstmals Geld in ihren Taschen hatten. Wir konnten rausgehen in eine fantastische, vibrierende Clubszene mit toller Musik und Open-Air-Konzerten. Damals in London gewesen zu sein, war herrlich.\u201c Zu Hause hatten die Familie eine umfangreiche Schallplattensammlung, noch mit 78er-Schellackscheiben. \u201eDa habe ich mit elf Jahren Wagners ganzen \u201aRing\u2018 angeh\u00f6rt. Das war ein riesiger Stapel von Platten. Und ich war begeistert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter kam der Wechsel auf eine franz\u00f6sische Schule. \u201eDa wuchs mein Interesse an Inszenierungen und ich leitete bei Schulauff\u00fchrungen meine ersten Produktionen.\u201c Bald danach absolvierte die junge K\u00fcnstlerin ein solides Musikstudium mit den Schwerpunkten Klavier und Gesang. \u201eTheorie hatte ich \u00fcbrigens bei Mrs. Lloyd Webber, der Mutter des ber\u00fchmten Musical-Komponisten. Daneben war Praxis in Chor, Orchester, Schauspiel und Oper Pflicht. Das brachte einen breiten Fundus an fr\u00fchen Erfahrungen.\u201c Folgerichtig landete sie mit ihrem ersten Engagement dann auch beim Stadttheater Hagen im Opernchor \u2013 mit Soloverpflichtungen. \u201eAber bald sa\u00df ich als Regieassistentin mehr im Saal neben der Regie als aktiv auf der B\u00fchne zu spielen\u201c, erz\u00e4hlt sie lachend. Eine Weichenstellung f\u00fcr ihren weiteren Karriereweg k\u00f6nnte man das nennen: Es folgten Regieassistenzen in Freiburg und London, Engagements als Spielleiterin an der Royal Opera London und der Staatsoper M\u00fcnchen, die Operndirektion in K\u00f6ln und die Generalintendanz in Graz. Und immer ist sie auch weltweit freiberuflich als Regisseurin unterwegs.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Royal Opera House Covent Garden in London war meine wichtigste Station. Ich erlebte zum ersten Mal Spitzens\u00e4nger, die mit den weltbesten Dirigenten Werke in h\u00f6chster Qualit\u00e4t verwirklichten. Ich musste Wiederaufnahmen mit S\u00e4ngern wie Pl\u00e1cido Domingo einrichten. So etwas war eine gro\u00dfe Freude und gab mir Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr mein ganzes weiteres Theaterleben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"782\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-1024x782.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6749\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-1024x782.jpg 1024w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-300x229.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-768x586.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-500x382.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-800x611.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-1280x977.jpg 1280w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-870x664.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander-600x458.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/02_TheaterMD_Vanessa_HPO_128_Noa-Danon-Richard-Furman\u00a9Andreas_Lander.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Mit der Inszenierung von Samuel Barbers \u201eVanessa\u201c widmete sich Karen Stone 2019 einem pr\u00e4genden Werk ihrer Jugend (Foto Andreas Lander)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Starkes Ensemble, starkes Programm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>All diese Erfahrungen kommen bis heute nicht zuletzt dem Theater Magdeburg zugute. Ihre Opernspielpl\u00e4ne entwickelt sie dabei immer ausgehend von den Stimmen der S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger des Hauses. \u201eIch baue erst ein Ensemble auf und sehe dann, welche M\u00f6glichkeiten sich daraus ergeben. Das hat sich bew\u00e4hrt, vor allem bei den j\u00fcngeren Mitgliedern. Wie oft wird es umgekehrt gemacht und junge Stimmen ohne R\u00fccksicht auf ihre Entwicklung eingesetzt. Da werden K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler zerst\u00f6rt, bevor sie sich \u00fcberhaupt entfalten konnten. Schrecklich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hier bew\u00e4hrt sich, dass die Intendantin aus eigener Erfahrung wei\u00df, was Singen bedeutet. Kritisch sieht sie, wenn junge Stimmen oft ohne ausreichend praktisches Training in ihr erstes Engagement kommen. Etwas, das in ihren Augen vor allem f\u00fcr deutsche Hochschulen gilt. \u201eSingen ist wie Leistungssport und erfordert auch intensives k\u00f6rperliches Training. T\u00e4glich. Da ist die s\u00e4ngerische Ausbildung in anderen L\u00e4ndern weiter als hier bei uns.\u201c Trotzdem: Sie schw\u00e4rmt von den vielen begabten jungen S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern, mit denen sie zusammenarbeiten durfte. \u201eEs war wunderbar mit ihnen. Und viele singen heute an den ganz gro\u00dfen H\u00e4usern Europas und der Welt. Gerade f\u00fcr diese Art von Ensembletheater blutet mein Herz. Ich liebe es.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Qualit\u00e4t ihres Ensembles ist sicher einer der Bausteine, aus denen Karen Stone den Erfolg des Theaters Magdeburg baute. Mit einem geschickten Aufbau der Spielpl\u00e4ne zwischen Tradition und Moderne erreichte sie dazu eine Auslastung des Hauses von 85% \u2013 das Theater schrieb sogar schwarze Zahlen. Mit Freude blickt sie auf Werke wie von Einems \u201eDantons Tod\u201c, die deutsche Erstauff\u00fchrung der Philip-Glass-Oper \u201eDer Prozess\u201c oder \u201eVanessa\u201c von Samuel Barber zur\u00fcck. \u201e\u201aVanessa\u2018 ist ein wunderbares Werk. Ich liebe es. Ich kenne diese Musik seit meiner Jugend und habe mich sehr gefreut, dieses selten gespielte St\u00fcck selbst auf die B\u00fchne zu bringen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Intendantin ist es wichtig, bei zwei oder drei Produktionen pro Spielzeit auch selbst Regie zu f\u00fchren \u2013 von jedem dieser Werke kann sie mit Begeisterung erz\u00e4hlen. \u201eIch liebe einfach die Oper.\u201c Und es gibt doch ein paar ganz besondere \u201eLieblinge\u201c in der langen Reihe ihrer Inszenierungen: die Da-Ponte-Opern Mozarts (\u201eLe nozze di Figaro\u201c, \u201eCos\u00ec fan tutte\u201c und \u201eDon Giovanni\u201c). \u201eHerrliche Melodien, rasante Rezitative und musikalische Durchdringung der Beziehungs-Psychologie in der Partitur \u2013 all das macht diese Opern zu H\u00f6hepunkten meiner Regie-Arbeiten.\u201c \u201eFigaro\u201c und \u201eCos\u00ec fan tutte\u201c sind bereits Geschichte, die dritte Oper im Bunde, \u201eDon Giovanni\u201c, hat sich Karen Stone f\u00fcr den Abschied aus Magdeburg aufgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche Opern erfordern neben dem sch\u00f6nen Gesang auch darstellerische F\u00e4higkeiten bei allen Beteiligten. Vor allem, wenn es von der Regie ausgepr\u00e4gte Konzeptionen gibt. \u201eIn den letzten Jahren hat die schauspielerische Qualit\u00e4t der S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger enorm zugenommen. Das ist toll, aber man darf nie die s\u00e4ngerischen Notwendigkeiten aus dem Blick verlieren. Dazu geh\u00f6rt der freie Atem und ein entspannter und zugleich konzentrierter Fokus auf den Stimmklang.\u201c<br><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"627\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-1024x627.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6748\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-1024x627.jpg 1024w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-300x184.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-768x470.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-1536x940.jpg 1536w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-500x306.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-800x490.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-1280x784.jpg 1280w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-870x533.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233-600x367.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/09_DantonsTod_Ensemble_\u00a9_KirstenNijhof_DSC5233.jpg 1800w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Szene aus \u201eDantons Tod\u201c, einer Regiearbeit zu Gottfried von Einems 100. Geburtstag im Jahr 2018 (Foto Kirsten Nijhof)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Strategin mit Herz, Verstand \u2013 und Excel<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p>Neben den \u00e4sthetischen Fragestellungen einer Opernproduktion stellt sich Karen Stone auch immer die Frage nach der Relevanz eines Theaters f\u00fcr die Stadtgesellschaft. \u201eKunst und Kultur sind f\u00fcr die Entwicklung einer Stadt bedeutungsvoll. Sie tragen zur Identit\u00e4t der Stadt bei und sind auch noch in anderer Hinsicht zu 100% relevant: Wir Menschen sind soziale Wesen, f\u00fcr die Gemeinschaft lebensnotwendig ist. Das Theater bietet daf\u00fcr elementare Erfahrungen an. Jetzt bei der allm\u00e4hlichen \u00d6ffnung nach dem Lockdown erlebten wir einen Run auf die Karten, als w\u00e4re ein Damm gebrochen.\u201c Mit Enthusiasmus erz\u00e4hlt sie von diversen Vermittlungsprogrammen, durch die Kinder und Jugendliche ans Theater herangef\u00fchrt werden. Wie an vielen H\u00e4usern ist auch in Magdeburg die Theaterp\u00e4dagogik fest im Stellenplan verankert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Verwaltung und Politik des Landes und der Stadt auf ihrer Seite stehen und den Fortbestand des Theaters nicht infrage stellen, hat auch mit der offenen, klaren und zugleich verbindlichen Art ihrer Kommunikation zu tun. Und sicher auch mit ihrem positiven Blick auf die Stadt: \u201eIch sp\u00fcre eine spezielle Energie in Magdeburg, einen zukunftsorientierten Erfolgskurs.\u201c Aus diesem Geist heraus bat die Stadt Magdeburg die Intendantin, ihren Vertrag noch einmal zu verl\u00e4ngern \u2013 bis zu deren 70. Geburtstag. Man bewarb sich um den Titel der europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt 2025. Dazu Oberb\u00fcrgermeister Lutz Tr\u00fcmper: \u201eFrau Stone ist sehr engagiert in die Vorbereitung der Bewerbung eingebunden. Wir wollen sie in der entscheidenden Phase weiter an unserer Seite wissen.\u201c Zwar erf\u00fcllten sich die Hoffnungen der Stadt letztendlich nicht, aber die Einbindung des Theaters in die Bewerbung vertiefte einmal mehr die Beziehungen zur Stadtgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeiten, die f\u00fcr viele katastrophale Krisen ausl\u00f6sten, behielt Karen Stone einen k\u00fchlen Kopf und verlor nie die Kontrolle \u00fcber die Abl\u00e4ufe an \u201eihrem\u201c Theater. Ein Charakterzug, der ihr nicht zuletzt in der Pandemie viel \u00f6ffentliche Anerkennung einbrachte. \u201eIch hasse Krisen. Sie sind oft nur Ausdruck einer unpr\u00e4zisen Planung. Ich m\u00f6chte nicht, dass mir das passiert.\u201c Sie l\u00e4chelt vielversprechend: \u201eIm \u00dcbrigen bin ich K\u00f6nigin von Excel-\u00adTabellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der gleichen Klarsicht hat sie bereits jetzt die Zeit nach dem Abschied aus Magdeburg pr\u00e4zise geplant. Gemeinsam mit ihrer Schwester wird sie in Frankreich ein neues Haus mit gro\u00dfem Waldgrundst\u00fcck beziehen. \u201eIch liebe die englische Literatur und Philosophie, die deutsche Musik und das franz\u00f6sische Essen. Aber es wird in Frankreich nicht nur das Essen sein. Unser Haus liegt in der N\u00e4he der Loire-Schl\u00f6sser. Da gibt es ein kleines Festival, zu dem schon Verbindungen bestehen. Da m\u00f6chte ich mehr einsteigen und es weiter voranbringen.\u201c Wer also geglaubt hat, dass Karen Stone ihrem geliebten Theaterberuf entsagt, wird eines Besseren belehrt. Und wer die Entwicklung des Magdeburger Theaters in der \u201eStone-Zeit\u201c betrachtet, wei\u00df, dass man von diesem Loire-Fest sehr bald auch international h\u00f6ren wird. Jetzt schon ist sich die Generalintendantin aber sicher: \u201eAm Ende des Tages \u2013 und das sage ich sehr bewusst \u2013 sind die Jahre in Magdeburg die besten f\u00fcr mich gewesen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:80px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-media-on-the-top has-background\" style=\"background-color:#f6f6f6\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\" style=\"font-size:22px\"><strong><strong><strong><strong>Dieser Artikel ist eine Leseprobe aus unserer Ausgabe November\/Dezember 2021<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/product\/print-ausgabe-06-2021\/\" target=\"_blank\" aria-label=\" (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"ek-link\">Print-Ausgabe bestellen<\/a><\/strong> | <strong><a href=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/product\/pdf-ausgabe-06-2021\/\" target=\"_blank\" aria-label=\" (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"ek-link\">PDF-Ausgabe bestellen<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magdeburgs Generalintendantin Karen Stone geht in den Ruhestand. 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