{"id":7544,"date":"2022-04-27T16:07:00","date_gmt":"2022-04-27T14:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/?p=7544"},"modified":"2022-04-27T16:15:23","modified_gmt":"2022-04-27T14:15:23","slug":"feuerwerk-halle-luja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/2022\/04\/27\/feuerwerk-halle-luja\/","title":{"rendered":"Feuerwerk &#038; HALLE-luja"},"content":{"rendered":"<p>Mit einem facetten\u00adreichen Festspielkalender und geb\u00fchrend Glanz &amp; Gloria feiert \u00adH\u00e4ndels Geburtsstadt ein promi\u00adnentes Jubil\u00e4um. 100 Jahre H\u00e4ndel-\u00adFestspiele Halle rufen vom 27. Mai bis zum 12. Juni 2022 an authentischen Spielst\u00e4tten die Stars der internationalen Barockmusik-\u00adSzene auf den von langer Expertenhand konzipierten Spielplan. Ein Markenzeichen Halles, der dritten H\u00e4ndel-Festspielstadt neben G\u00f6ttingen und Karlsruhe, ist auch die enge Verbindung von Wissenschaft und B\u00fchnen\u00adpraxis<\/p>\n\n\n\n<p><em>von Renate Baumiller-Guggenberger<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Wo, wenn nicht in seiner Geburtsstadt, die Georg \u00adFriedrich H\u00e4ndel als 18-J\u00e4hriger verlie\u00df, um fortan insbesondere in London zu Ruhm und Ehren zu gelangen, sollte sein \u201eSpirit\u201c f\u00f6rmlich in der Luft liegen? Gut erhalten sind Originalschaupl\u00e4tze wie die Marktkirche, in der H\u00e4ndel 1685 getauft wurde, das Orgelspiel lernte und sein musikalisches R\u00fcstzeug erhielt, der Dom, an dem er als Organist t\u00e4tig war, und ebenso sein Geburtshaus in der Nikolaistra\u00dfe 5, das heute Zentrum der ambitionierten H\u00e4ndel-Forschung und attraktives Museum ist. Die zeitlose musikalische Sch\u00f6nheit und Erhabenheit seiner Opern, Oratorien und Kantaten wird in Halle intensiv und mit akademischem Expertenblick durchleuchtet, leidenschaftlich und ganzj\u00e4hrig vermittelt und mit Blick auf die j\u00e4hrlich stattfindenden Festspiele gepflegt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli-975x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7545\" width=\"378\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli-975x1024.jpg 975w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli-286x300.jpg 286w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli-768x806.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli-500x525.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli-800x840.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli-870x914.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli-600x630.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ariodante-web-c-Compagnia-Marionettistica-Carlo-Colla-e-Figli.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><figcaption>Barockmusik trifft Mario\u00adnettenkunst: \u201eAriodante\u201c erweckt die schottische Ritterwelt zum Leben (Foto Compagnia Marionettistica Carlo Colla e Figli)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In der Saale-Stadt trifft Geschichte auf Gegenwart, begeistert ein auf Tradition gebautes Festival am Puls der Zeit, spielen H\u00e4ndels Kindheits- und Jugendorte in einmaliger Weise mit hochkar\u00e4tiger, gegenw\u00e4rtiger Barockmusik-Kultur an rund 20 Veranstaltungs\u00adorten zusammen. Einer davon ist das 1802 nach Vorgaben Goethes errichtete und \u201ejust in time\u201c renovierte \u00adLauchst\u00e4dter Sommertheater, dessen Ambiente das Publikum verzaubert. Hier wird man im Jubil\u00e4umsjahr 2022 \u00fcber \u201eCaio Fabbricio\u201c (1733) H\u00e4ndel als versierten Bearbeiter einer Hasse-Oper erleben k\u00f6nnen. In feiner Pasticcio-\u00adTradition wurde in Koproduktion mit dem Concert \u00adRoyal K\u00f6ln die Handlung auf das Wesentliche komprimiert und f\u00fcr die Solisten mit koloraturgespickten Arien von Albinoni, Vinci und H\u00e4ndel aufgewertet. An drei Tagen ist dort unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner (Berliner Lautten Compagney) in Kooperation mit dem Marionettentheater Carlo Colla &amp; Figli zudem die im Vorjahr nur digital realisierte Neuinszenierung des \u201eAriodante\u201c zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Netzwerkender Publikumsmagnet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer die H\u00e4ndel-Festspiele Halle einmal erlebt hat, kehrt meist als Stammgast wieder und z\u00e4hlt so zu den rund 60.000 kulturaffinen Festspielbesuchern, \u00fcber die sich Halle zumindest bis zum Beginn der Pandemie freuen durfte. 60 Prozent der G\u00e4ste reisen von au\u00dferhalb Sachsen-Anhalts an, 6 Prozent davon aus dem nahen europ\u00e4ischen Ausland \u2013 sogar australische H\u00e4ndel-\u00adLiebhaber wurden mehrfach in Halle begr\u00fc\u00dft. Nach den beiden vergangenen Jahren, in denen Covid-19 zur Absage zwang, garantieren zum Jahrhundert-Jubil\u00e4um schwindelerregende 67 (!) Hauptveranstaltungen und weitere, teils kostenfreie Begleit-Events in Stadt und Region ein komplexes und gewohnt exquisit besetztes Programm. Nicht weniger als f\u00fcnf, vom H\u00e4ndel\/Mozart-\u201eMessias\u201c angef\u00fchrte Oratorien konkurrieren mit ebenso vielen professionellen Opernproduktionen um die Zuschauergunst: neben den oben erw\u00e4hnten die diesj\u00e4hrige Er\u00f6ffnungsproduktion \u00bbOrlando\u00ab, \u201eSiroe, Re di Persia\u201c und eine konzertante Auff\u00fchrung von \u201e\u00adFernando, Re Di Castiglia\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ndel satt \u2013 das gilt definitiv f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte und \u00e4lteste Musikfest Sachsen-Anhalts, das in verschiedene nationale und internationale Netzwerke eingebunden ist und im Laufe der letzten Jahrzehnte von kulturpolitisch engagierter Prominenz schirmherrschaftlich begleitet wurde. Keine Geringere als Queen Elizabeth II. etwa hatte sich zum 250. Todestag des \u201ecaro Sassone\u201c 2009 dieses Ehrenamt mit dem damaligen Bundespr\u00e4sidenten Horst K\u00f6hler geteilt. Wie auch Ministerpr\u00e4sident Dr. Reiner Haseloff in seinem aktuellen Gru\u00dfwort betont, \u201ekennt Musik keine Grenzen und lebt vom Austausch\u201c. Mit den beiden weiteren deutschen H\u00e4ndel-Festspielst\u00e4dten G\u00f6ttingen und Karlsruhe sieht man sich in Halle daher definitiv nicht in Konkurrenz, sondern freundschaftlich und im besten Sinne kooperativ verbunden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"665\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Marktplatz-Halle-Saale-web-c-Thomas-Ziegler.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7547\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Marktplatz-Halle-Saale-web-c-Thomas-Ziegler.jpg 1000w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Marktplatz-Halle-Saale-web-c-Thomas-Ziegler-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Marktplatz-Halle-Saale-web-c-Thomas-Ziegler-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Marktplatz-Halle-Saale-web-c-Thomas-Ziegler-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Marktplatz-Halle-Saale-web-c-Thomas-Ziegler-800x532.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Marktplatz-Halle-Saale-web-c-Thomas-Ziegler-870x579.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Marktplatz-Halle-Saale-web-c-Thomas-Ziegler-600x399.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Der Marktplatz mit dem ber\u00fchmten H\u00e4ndel-Denkmal (Foto Thomas Ziegler\/Stadt Halle (Saale))<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Im Wandel der Zeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Halle blickt mit Stolz auf eine bemerkenswerte Geschichte der H\u00e4ndel-Pflege zur\u00fcck, die bereits Ende des 18. Jahrhunderts mit der Auff\u00fchrung seiner Oratorien begann. 1922 schien die Zeit dann reif f\u00fcr die Premiere des ersten \u201eHallischen H\u00e4ndelfests\u201c, in dessen viert\u00e4gigem Rahmen auch der \u201eOrlando\u201c (in deutscher Sprache als \u201eOrlandos Liebeswahn\u201c) im damaligen Stadttheater als erste H\u00e4ndel-Oper in seiner Geburtsstadt inszeniert wurde. Im Laufe der bewegten Festspiel-Historie scheint es nur nat\u00fcrlich, dass sich Kontinuit\u00e4ten und Diskontinuit\u00e4ten, Traditionen und Br\u00fcche, Konstanten und zeitgem\u00e4\u00dfe Innovationen beobachten lassen, die vielfach im Zusammenhang mit der Indienstnahme der Musik H\u00e4ndels durch das herrschende politische System standen. Nach rassistischen und nordischen Implikationen im Nationalsozialismus kehrte die DDR \u201eihren\u201c H\u00e4ndel als Vertreter der Aufkl\u00e4rung und des Humanismus hervor, die staatliche Kulturpolitik forderte zudem einen \u201erealistischen Auff\u00fchrungsstil\u201c bei Neuproduktionen seiner Opern, was auch immer man darunter verstehen sollte. Den expressionistisch motivierten Protagonisten in den Jahren nach dem \u00adErsten Weltkrieg schien gar die \u00ad\u201eBelebung der Gegenwart durch H\u00e4ndel\u201c weitaus vordringlicher als die \u201eH\u00e4ndel-Wiederbelebung\u201c. Und heute? Wo verortet die Gegenwart den Barockmeister? Am ehesten stellt man heute wohl den europ\u00e4ischen \u00adKontext in den Fokus, w\u00fcrdigt H\u00e4ndel als Herzen und V\u00f6lker verbindenden \u201eKosmopolit\u201c, was in Halle im letzten Jahrzehnt zu bewusst interkulturell ausgerichteten Veranstaltungsformaten f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der knapp 200 Seiten starke Katalog zur Jahresausstellung \u201eFeuerwerk und Halle-luja\u201c enth\u00e4lt viel Wissenswertes weit \u00fcber Fakten und Zahlen hinaus. Er wird ebenso wie eine Jubil\u00e4ums-CD mit 19 Highlight-Einspielungen aus den Jahren 1958 bis 2008 von der Stiftung H\u00e4ndel-Haus herausgebracht. So wird in Text, Bildmaterial und Tondokumenten ein sinnliches und detailliertes Eintauchen in die anhaltende H\u00e4ndel-Euphorie m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den Themen der kenntnisreich verfassten Essays findet sich auch das weite Feld der \u201eHistorischen Auff\u00fchrungspraxis\u201c. Reflektiert werden der \u201eMythos \u00adH\u00e4ndel\u201c, der Einzug des Countertenors in Halle, die Geschichte der Hallischen H\u00e4ndel-Tage in der NS-Zeit und die Rolle der Hallischen H\u00e4ndel-Ausgabe bei Festspiel-Auff\u00fchrungen. Erinnerungen und Statements renommierter K\u00fcnstler und ehemaliger H\u00e4ndel-Preistr\u00e4ger tragen dazu bei, die wohl einzigartige Festival-Atmosph\u00e4re greifbar zu machen. Countertenor Jochen Kowalski etwa denkt mit einem lachenden und einem weinenden Auge an sein erstes Festspiel-Konzert zur\u00fcck, als er im Programmheft versehentlich zum \u00adJ\u00dcRGEN \u00adKowalski wurde. Dieser Fauxpas wurde aber mehr als wettgemacht durch das prompt folgende Engagement an die Komische Oper als Start einer Weltkarriere.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Orlando1922-web-c-Stiftung-Ha\u0308ndel-Haus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7548\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Orlando1922-web-c-Stiftung-Ha\u0308ndel-Haus.jpg 1000w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Orlando1922-web-c-Stiftung-Ha\u0308ndel-Haus-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Orlando1922-web-c-Stiftung-Ha\u0308ndel-Haus-768x461.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Orlando1922-web-c-Stiftung-Ha\u0308ndel-Haus-500x300.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Orlando1922-web-c-Stiftung-Ha\u0308ndel-Haus-800x480.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Orlando1922-web-c-Stiftung-Ha\u0308ndel-Haus-870x522.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Orlando1922-web-c-Stiftung-Ha\u0308ndel-Haus-600x360.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Mit \u201eOrlandos Liebeswahn\u201c wurde 1922 das \u201eHallische  H\u00e4ndelfest\u201c ins Leben gerufen (Foto Stiftung Ha\u0308ndel-Haus)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>\u201eBack to the roots\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJede Zeit hat ihr eigenes H\u00e4ndel-Bild\u201c, behauptet auch Musikwissenschaftler und Kulturmanager Clemens Birnbaum. Und er wei\u00df genau, wovon er schreibt. In der Nachfolge von Dr. Hanna John verantwortet Birnbaum als Intendant und Direktor der Stiftung H\u00e4ndel-\u00adHaus seit 2009 (dem Jahr, in dem man den 250. Todestag des Komponisten beging) Programm und Profil der einmal j\u00e4hrlich stattfindenden Festspiele. Als einzigartig und wesentlich f\u00fcr Halle empfindet Birnbaum neben dem Privileg der Geburtsstadt mit authentischer Atmosph\u00e4re die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis. Sie erm\u00f6glicht, dass aktuelle musikwissenschaftliche Erkenntnisse, etwa im Rahmen der Edition der historisch-kritischen \u201ehallischen\u201c Werkausgabe, konkret in die Programmgestaltung integriert werden. \u00c4u\u00dfert gespannt freut er sich in diesem Jahr auch auf das Resultat der ambitionierten Rekonstruktion des 1744 komponierten Oratoriums \u201eSemele\u201c in der 1922 erstellten und gro\u00df besetzten deutschsprachigen Fassung von Alfred Rahlwes. Zum Jubil\u00e4um dirigiert als Spezialist in Sachen klangliches Revival der H\u00e4ndel-Preistr\u00e4ger des Jahres 1996, Howard Arman. Die Staatskapelle Halle ist seit Jahrzehnten fester Partner der H\u00e4ndel-Festspiele und strebt gemeinsam mit einem ausgew\u00e4hlten Solistenteam, dem Konzertchor Leipzig und der Robert-Franz-Singakademie nichts weniger als die Nachgestaltung der Klangwelt von Auff\u00fchrungen barocker Musik der 1920er Jahre an.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht allein dieses klang\u00e4sthetische Experiment spiegelt im Jubil\u00e4umsjahr das Motto \u201eBack to the roots\u201c wider. Auch die Neuinszenierung von H\u00e4ndels Zauberoper \u201eOrlando\u201c durch den Briten und neuen Chef der Oper Halle, Walter Sutcliffe, dockt zum Auftakt am 27. Mai programmatisch bewusst dicht an das Gr\u00fcndungsjahr 1922 an. Countertenor Xavier Sabata singt die Titel\u00adrolle, die musikalische Leitung \u00fcbernimmt der Barock-Spezialist Christian Curnym. Im Dom zu Halle steht das Oratorium \u201eSusanna\u201c mit R\u00fcckgriff auf eine bislang nicht publizierte Strichfassung von Arnold Schering auf dem Programm. 1922 erklang sie ebendort und wird in der gro\u00dfen Sammlung der Stiftung H\u00e4ndel-Haus aufbewahrt. F\u00fcr die historisch informierte Umsetzung sorgt das Leipziger Barockorchester sowie der MDR-Rundfunkchor unter seinem k\u00fcnstlerischen Leiter Philipp Ahmann.<\/p>\n\n\n\n<p>Und als w\u00e4re das alles nicht schon Grund genug f\u00fcr eine musikalische Fr\u00fchlingsreise in die Saale-Stadt im H\u00e4ndel-\u00adFieber, sch\u00fcren viele ehemalige H\u00e4ndel-Preistr\u00e4gerinnen und -Preistr\u00e4ger die Vorfreude auf die opulent gestaltete Jubil\u00e4umsausgabe. Publikumslieblinge wie Jordi Savall, Philippe Jaroussky, Ragna Schirmer oder Romelia Lichtenstein, aber auch Countertenor Axel K\u00f6hler, der nach seinem R\u00fcckzug von der B\u00fchne die Festspiele als Regisseur begleitet, treten an, um auf ihre Weise zu gratulieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/haendelhaus.de\/de\/hh\/startseite\" target=\"_blank\" aria-label=\"www.haendelhaus.de (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"ek-link\">www.haendelhaus.de<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile  has-media-on-the-bottom has-background\" style=\"background-color:#b8881c\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-large-font-size\"><strong>EMPFEHLUNG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Stiftung H\u00e4ndel-Haus (Hg.):<br>\u201eFeuerwerk und Halle-luja. <br>100 Jahre H\u00e4ndel-Festspiele Halle\u201c<br>192 Seiten, Henschel Verlag<br><br>Stiftung H\u00e4ndel-Haus (Hg.):<br>\u201e100 Jahre H\u00e4ndel-Feste in Halle (Saale). <br>H\u00f6hepunkte aus Einspielungen von 1958 bis 2008\u201c<br>1 CD, exkl. im Museumsshop des H\u00e4ndel-Hauses<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile has-media-on-the-top has-background\" style=\"background-color:#f6f6f6\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\" style=\"font-size:22px\"><strong><strong><strong><strong>Dieser Artikel ist eine Leseprobe aus unserer Ausgabe Mai\/Juni 2022<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/product\/print-ausgabe-03-2022\/\" target=\"_blank\" aria-label=\" (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"ek-link\">Print-Ausgabe bestellen<\/a><\/strong> | <strong><a href=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/product\/pdf-ausgabe-03-2022\/\" target=\"_blank\" aria-label=\" (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"ek-link\">PDF-Ausgabe bestellen<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>100 Jahre H\u00e4ndel-Festspiele Halle<\/p>","protected":false},"author":14,"featured_media":7546,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"tpgb_global_settings":"","_editorskit_title_hidden":false,"_editorskit_reading_time":6,"_editorskit_is_block_options_detached":false,"_editorskit_block_options_position":"{}","_eb_attr":"","footnotes":""},"categories":[86,1601],"tags":[],"class_list":["post-7544","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-beitraege","category-beitraege-2022-03"],"tpgb_featured_images":{"full":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/HFS_Konzert_Ulrichskirche_web-c-Thomas-Ziegler_Stadt_Halle_Saale.jpg",1500,844,false],"tp-image-grid":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/HFS_Konzert_Ulrichskirche_web-c-Thomas-Ziegler_Stadt_Halle_Saale.jpg",700,394,false],"thumbnail":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/HFS_Konzert_Ulrichskirche_web-c-Thomas-Ziegler_Stadt_Halle_Saale-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/HFS_Konzert_Ulrichskirche_web-c-Thomas-Ziegler_Stadt_Halle_Saale-300x169.jpg",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/HFS_Konzert_Ulrichskirche_web-c-Thomas-Ziegler_Stadt_Halle_Saale-768x432.jpg",600,338,true],"large":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/HFS_Konzert_Ulrichskirche_web-c-Thomas-Ziegler_Stadt_Halle_Saale-1024x576.jpg",600,338,true],"default":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/plugins\/the-plus-addons-for-block-editor\/assets\/images\/tpgb-placeholder.jpg"},"tpgb_post_meta_info":{"get_date":"27. 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