{"id":8865,"date":"2023-06-07T22:26:55","date_gmt":"2023-06-07T20:26:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/?p=8865"},"modified":"2023-07-20T17:04:15","modified_gmt":"2023-07-20T15:04:15","slug":"orphea-in-love","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/2023\/06\/07\/orphea-in-love\/","title":{"rendered":"Orphea in love"},"content":{"rendered":"<p><em>Interview Iris Steiner<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Am 1. Juni 2023 startete Axel Ranischs <strong>&#8222;Orphea in love&#8220;<\/strong> in den Kinos. Wir berichteten bereits in unserer <a aria-label=\"Ausgabe 06\/2022 (November\/Dezember) (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/de\/ausgabe-06-2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"ek-link\">Ausgabe 06\/2022 (November\/Dezember)<\/a> \u00fcber diese zauberhafte Fusion von Oper und Filmkunst.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Sie singen UND spielen die weibliche Hauptrolle. War Ihnen \u2013 als ge\u00fcbter Operns\u00e4ngerin \u2013 vor Beginn der Dreharbeiten bewusst, welche schauspielerischen F\u00e4higkeiten Sie f\u00fcr so ein besonderes Format ben\u00f6tigen? Hatten Sie Unterricht darin, wie man vor einer Kamera agiert? Oder absolvierten Sie neben der Opernschule eine spezielle Schauspielausbildung?<\/strong><br>Ich n\u00e4here mich einer Opernrolle immer aus der darstellerischen Perspektive, genauso wie ein Schauspieler die Rolle angehen w\u00fcrde. Insofern war es hier nicht anders. Ich habe mich in die Oper verliebt, weil sie meine beiden Leidenschaften \u2013 das Spielen und das Singen \u2013 vereint. Diese beiden Aspekte sollten niemals zu weit voneinander entfernt sein. Der gr\u00f6\u00dfte Unterschied in diesem Fall war vielleicht die Freiheit bei der Schaffung meiner Figur. In der Oper spielen wir meistens Heldinnen, die seit Jahrhunderten existieren. Hier aber habe ich die Figur der Nele in engem Austausch mit Drehbuchautor S\u00f6nke Andresen und Regisseur Axel Ranisch entwickelt. Ich war begeistert, einige Details einzuf\u00fcgen, die mir sehr am Herzen liegen, wie etwa Neles Herkunft aus Estland. Sehr dankbar bin ich f\u00fcr die Schauspielausbildung, die ich in Tallinn (bei Gerda \u00adKordemets) und an der Guildhall School of Music &amp; Drama erhalten habe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wissen Sie, warum Axel Ranisch Sie f\u00fcr diese Rolle ausgew\u00e4hlt hat? Haben Sie zuvor schon einmal mit ihm gearbeitet?<\/strong><br>Axel lernte ich 2019 kennen, als er an der Bayerischen Staatsoper Tschaikowskis &#8222;Iolanta&#8220; inszenierte. Ich sang damals die Titelpartie und wir fanden bei unserer gemeinsamen Arbeit sehr schnell zu einem gro\u00dfartigen gegenseitigen Verst\u00e4ndnis. Die Inszenierung wurde sp\u00e4ter f\u00fcr eine DVD-Ver\u00f6ffentlichung gefilmt und als Axel meine Darstellung durch die Kameralinse sah, sagte er mir, wie \u00fcberrascht er \u00fcber meine Detailarbeit sei. Als er f\u00fcr den Film &#8222;Orphea in love&#8220; angefragt wurde, wusste er daher sofort, dass er mich f\u00fcr die Hauptrolle wollte. Und nat\u00fcrlich habe ich die Gelegenheit ergriffen, wieder mit ihm zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8866\" srcset=\"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-500x750.jpg 500w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-800x1200.jpg 800w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-870x1305.jpg 870w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl-600x900.jpg 600w, https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Mirjam_Mesak_Foto_Wilfried_Hoesl.jpg 1094w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mirjam Mesak (Foto Wilfried H\u00f6sl)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Welche Erfahrungen haben Sie w\u00e4hrend der Dreharbeiten gemacht? Werden diese m\u00f6glicherweise sogar Ihr k\u00fcnftiges Spiel auf der Opernb\u00fchne beeinflussen?<\/strong><br>Ich will nicht l\u00fcgen: Es war die schwerste Aufgabe, vor der ich jemals stand. Der Zeitplan der Dreharbeiten gestaltet sich v\u00f6llig anders als der Probenplan eines Operns\u00e4ngers. Wir hatten viele lange Tage und viele n\u00e4chtliche Drehs. Ich habe auch gemerkt, mit wie viel man auf der B\u00fchne durchkommen kann \u2013 ein wenig R\u00e4uspern, ein zus\u00e4tzlicher Schritt nach links oder nach rechts, \u2026 Vor der Kamera dagegen muss man absolut genau sein und immer darauf achten, nicht das Blickfeld der Linse zu verlassen. Es ist eine komplett andere Welt! F\u00fcr die meisten Szenen haben wir aus technischen Gr\u00fcnden den Gesang zuvor mit dem Orchester aufgenommen. Zwar ist der Operngesang aus der N\u00e4he nicht immer sch\u00f6n anzusehen \u2013 die Konzentration im Gesicht, die Anspannung all der Gesichtsmuskeln und dann wieder deren Lockerung \u2026 Dennoch war es mir extrem wichtig, in meinem Handwerk wahrhaftig zu sein und nicht nur auf synchrone Lippenbewegungen zu achten, sondern tats\u00e4chlich zu singen. Am Ende durfte ich erfahren: je gr\u00f6\u00dfer das Opfer, desto gr\u00f6\u00dfer der Lohn. Als ich den Film sah, wusste ich, dass er all die harte Arbeit wert war und dass Axel, ich und das gesamte Team stolz auf ihn sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was, denken Sie, ist besonders an diesem &#8222;Opernfilm&#8220;, der nicht wirklich ein Opernfilm ist?<\/strong><br>Vieles an dem Film ist besonders und nicht immer auf der Leinwand oder der Opernb\u00fchne zu erleben. Ich hoffe, dass wir dem Publikum verschiedene Seiten zeigen von dem, was Oper sein kann oder wie ein Operns\u00e4nger aussehen kann. Auch als jahrhundertealte Kunst muss Oper nicht immer von unrealistischen Figuren oder &#8222;Diven&#8220; vermittelt werden. Es kann ein einfaches M\u00e4dchen aus Estland sein, das sich nichts mehr w\u00fcnscht als zu singen. Ohne zu viel zu verraten, m\u00f6chte ich sagen, dass nicht alles Schwarzmalerei ist, und Axel hat mit gro\u00dfartiger Raffinesse einige sehr komische Szenen in die Handlung eingestreut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sind Ihre n\u00e4chsten Pl\u00e4ne? Ein weiterer Film? Oder lieber eine &#8222;echte&#8220; Operninszenierung?<\/strong><br>Es gibt in der Opernwelt noch so viel f\u00fcr mich zu tun und zu entdecken, dass die Arbeit niemals aufh\u00f6ren wird. Falls jedoch ein weiteres Projekt wie dieser Film auftauchen sollte, w\u00fcrde ich es sicher wieder in Erw\u00e4gung ziehen. Denn ich habe nur die besten Erinnerungen an diese Zeit!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachgefragt bei der estnischen Operns\u00e4ngerin Mirjam Mesak, Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper und weibliche Hauptdarstellerin des Films \u201eOrphea in love\u201c<\/p>","protected":false},"author":14,"featured_media":8869,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"tpgb_global_settings":"","_editorskit_title_hidden":false,"_editorskit_reading_time":0,"_editorskit_is_block_options_detached":false,"_editorskit_block_options_position":"{}","_eb_attr":"","footnotes":""},"categories":[433],"tags":[],"class_list":["post-8865","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zwischenrufe"],"tpgb_featured_images":{"full":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Impressionen_22-06_Orphea.jpg",1500,844,false],"tp-image-grid":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Impressionen_22-06_Orphea.jpg",700,394,false],"thumbnail":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Impressionen_22-06_Orphea-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Impressionen_22-06_Orphea-300x169.jpg",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Impressionen_22-06_Orphea-768x432.jpg",600,338,true],"large":["https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Impressionen_22-06_Orphea-1024x576.jpg",600,338,true],"default":"https:\/\/www.orpheus-magazin.de\/wp-content\/plugins\/the-plus-addons-for-block-editor\/assets\/images\/tpgb-placeholder.jpg"},"tpgb_post_meta_info":{"get_date":"7. 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