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Es gibt (wieder) Hoffnung!

Wie im vergangenen Sommer sinken die Inzidenzwerte und wir dürfen vorsichtig optimistisch sein, dass das nicht nur an den hohen Temperaturen liegt. Doch egal, ob die Impfquote oder der Wahlkampf-Endspurt (oder beides?) verantwortlich ist: Freuen wir uns einfach. Immerhin kann Kultur – mal abgesehen von der Wetterlage – wenigstens unter freiem Himmel wieder einigermaßen planbar stattfinden.

Dass es tatsächlich „wieder losgeht“, sehen Sie auch an unserer neuen Ausgabe, denn mit 104 Seiten „platzen“ wir diesmal buchstäblich aus allen Nähten. Trotz wöchentlich wechselnder Pandemie-­Vorgaben haben unsere Theater es geschafft, in ganz kurzer Zeit und quasi ohne Vorlauf den Spielbetrieb wieder aufzunehmen und landauf, landab Sehens- und Hörenswertes auf die Beine zu stellen. Wir konnten uns am Ende nicht entscheiden, welche Rezensionen wir für diese Ausgabe berücksich­tigen sollten – es wurden von Woche zu Woche mehr – und jetzt sind es eben 36. Werfen Sie mal einen Blick in den hinteren Teil des Heftes, es lohnt sich!

Abgesehen davon werden unsere Geschichten und Berichte hoffentlich zum anregenden Bestandteil Ihres Lesesommers – der Begriff „exotisch“ trifft es diesmal gleich in mehrerlei Hinsicht: die Reminiszenz an die Blütezeit der Oper im Iran ganz direkt, unsere Titelstory „Das große Schweigen“ über die Probleme von Chören in der Corona-Zeit eher indirekt. Das Interview von Dr. Wolf-Dieter Peter mit dem bezaubernden Tenor Jonathan Tetelman möchte ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen. Und wer Neues zum Badischen Staatstheater Karlsruhe nach der Ära Spuhler erfahren will, hat sicher auch Spaß am launigen Gespräch mit Dr. Ulrich Peters.

Freuen wir uns über diesen pandemiekonformen Kultur-Sommer 2021. Politische Entscheidungen müssen nicht immer plausibel sein, das haben wir in den vergangenen Monaten gelernt – auch aktu­elle Entwicklungen treiben lustige Blüten: Während in ganz Bayern eine starre Obergrenze von (bei Redaktionsschluss) 500 Personen für die Open-Air-Kultur gilt, darf „Klassik am Odeonsplatz“ in München unter dem Deckmantel „Pilotprojekt“ vor 2.000 Besuchern stattfinden und die Bayerische Staatsoper sogar im Innenbetrieb bis zu 700 Plätze verkaufen. Warum? Wissen wir auch nicht. Sei es Ihnen und uns gegönnt. Solche Fehlgriffe hin und wieder zu thematisieren, schadet aber auch nicht. Der nächste Winter kommt bestimmt …

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen sonnigen, leichten Sommer.

Ihre

Iris Steiner
Chefredakteurin

Iris Steiner

(Fast) 50 Jahre Leidenschaft …

Der „orpheus“ versteht sich als „Stimme“ der Musiktheaterwelt – als Medium für Opern-, Operetten- und Musicalfans und nicht zuletzt als hochwertiges Magazin mit einer eigenen Meinung, das mit spannenden und gut lesbaren Inhalten unterhält und informiert.


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Aktuell

Rezensionen

  • Mord-s-Mozart-Collage
    München / Staatstheater am Gärtnerplatz (Juli 2021)
    Musikdramatisches Ausrufezeichen mit „Mozart muss sterben“
  • Zum Abheben schön
    Bad Ischl / Lehár Festival Bad Ischl (Juli 2021)
    Operettenglück mit Kálmáns „Csárdásfürstin“
  • Weniger ist diesmal mehr
    Halfing / Immling Festival (Juli 2021)
    Puccinis „Madama Butterfly“ glänzt in puristischer Optik
  • Schäferstündchen mit Happy End
    Potsdam / Musikfestspiele Potsdam Sanssouci (Juni 2021)
    Frauenpower in Telemanns „Pastorelle en musique“
  • Bipolare Erkrankungen auf der Musicalbühne
    Bukarest / Teatrul Național de Operetă și Musical „Ion Dacian“ (Juni 2021)
    Das preisgekrönte Musical „Next to Normal“
  • Wahlkampf in Neukölln
    Berlin / Neuköllner Oper (Juni 2021)
    „Eine Stimme für Deutschland“ am Puls der Zeit