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Theaterbesucher leben länger!

Haben wir es nicht immer schon geahnt? Diese Erkenntnis ist nun wissen­schaftliches Ergebnis einer Beobachtungsstudie des University College ­London. Untersucht wurden fast 7.000 Frauen und Männer ab 50 über einen Zeitraum von 14 Jahren. Menschen, die sich mindestens alle paar Monate ­aktiv mit Kunst beschäftigten, hatten ein um 31 Prozent niedrigeres Sterberisiko als Nicht-Kultur-Konsumenten. Man vermutet, dass sich kulturelles Interesse positiv auf den Stressabbau auswirkt, daneben soziale Kontakte fördert und immer wieder Neues „erlernt“ wird.

Kann man sich stattdessen nicht auch einfach einen Hund kaufen? Der ist weniger kostspielig im Unterhalt, hält dazu fit und schont die Staatskasse. Klar kann man das. AUCH.

Aber Sie ahnen, worauf ich hinaus möchte: „Oper von morgen“, der Titel unserer neuen Ausgabe – mit oder ohne Fragezeichen – steht diesmal nicht nur für die Titelstory selbst, einem Interview mit dem Bayreuther Technik-Visionär Jay Scheib, sondern gleich für einen großen Teil unserer Themenauswahl: ­Stefan Frey hat sich an die Fersen von Daniel Behles Operetten-Uraufführung „­Hopfen und Malz“ geheftet, Rüdiger Heinze beobachtet in Italien einen peinlichen Umgang mit dem kulturellen Erbe des „Nationalheiligen“ Giuseppe ­Verdi und Antje Rößler zeigt am Beispiel von Emilie Mayer, dass es höchste Zeit wird, sich lange totgeschwiegener Komponistinnen anzunehmen – und nicht aus feministischen Gründen. Solche und andere Fragestellungen prägen unsere „Oper der Zukunft“. Wer wissen möchte, was passiert, wenn wir die Gattung Oper, statt sie in der Gegenwart zu verankern, ins Museum verfrachten, dem sei die „heitere Dystopie“ von Florian Maier empfohlen:

War früher echt alles besser?


Ihre
Iris Steiner
Chefredakteurin

50 Jahre Leidenschaft …

Der „orpheus“ versteht sich als „Stimme“ der Musiktheaterwelt – als Medium für Opern-, Operetten- und Musicalfans und nicht zuletzt als hochwertiges Magazin mit einer eigenen Meinung, das mit spannenden und gut lesbaren Inhalten unterhält und informiert.


Unsere aktuelle Ausgabe März/April 2023 online bestellen:
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Aktuell

  • Gott erhalt’s!
    Wie braut man eine Operette? Zur Uraufführung von Daniel Behles „Hopfen und Malz“ am Eduard-von-Winterstein-Theater
  • Die Diplomatie der Menschlichkeit
    Das Israelische Staatsorchester zu Gast in Abu Dhabi
  • Kunst als Mahnung
    Oleksandr Rodins zeitgenössische Oper „Kateryna“ per Stream aus dem Opernhaus Odessa

Rezensionen

  • Der Feind in uns
    München / Bayerische Staatsoper (März 2023)
    Sezierender Blick auf Prokofjews „Krieg und Frieden“
  • Im ewigen Winter
    Berlin / Staatsoper Unter den Linden (Februar 2023)
    Romeo Castellucci betont den ökologischen Sinn in Richard Strauss’ „Daphne“
  • Zwei Engel und eine Chuzpe
    Augsburg / Staatstheater Augsburg (Februar 2023)
    Europäische Erstaufführung von Du Yuns „Angel’s Bone“
  • Zweimal verlassen, zweimal Elend
    München / Bayerische Staatsoper (Januar 2023)
    Krzysztof Warlikowski koppelt Purcell mit Schönberg
  • Queer und tieftraurig
    Erfurt / Theater Erfurt (Januar 2023)
    Deutsche Erstaufführung von Mark Simpsons Gay-Club-Oper „Pleasure“
  • Im falschen Gewand
    Schwerin / Mecklenburgisches Staatstheater (Januar 2023)
    Christa Wolfs vielschichtige Erzählung „Der geteilte Himmel“ als Musical