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Schicksalhafte Ereignisse?

Ganze 21 Jahre alt war unser „Covergirl“ Aigul Akhmetshina, als sie in Barrie Koskys „Carmen“-Produktion im Londoner Covent Garden für die Titel­partie einsprang. Es wurde der Beginn einer kometenhaften Karriere. Johann Strauss (Sohn) sollte nach dem Willen seines Vaters eigentlich einen bürgerlichen Beruf erlernen – und erhielt Geigenunterricht nur heimlich und durch das Zutun der Mutter. Giacomo Puccinis Karriere war, wie man in einer neuen Ausstellung in Berlin erfährt, maßgeblich davon geprägt, dass er „der richtige Mann zur richtigen Zeit“ gewesen sein soll. Und mehr oder weniger „aus der Zeit gefallen“ finden Kritiker unserer Tage das ein oder andere Opernlibretto. „Critical Classics“ nennt sich die Bewegung, die wir uns einmal näher angesehen haben.

Viel „Schicksal“ und wenig Planbarkeit, finden Sie nicht? Und es geht noch weiter: Bedřich Smetanas Beziehung zu Tschechien war historisch ­betrachtet gar nicht so ungetrübt, wie man das heute meinen könnte. Obwohl er sich selbst als glühender Tscheche verstand: Zum unumstrittenen „National­komponisten“ wurde er vor allem durch die posthume Brille.

Ist der Blickwinkel, mit dem wir etwas betrachten, und der Kontext, in dem es stattfindet, wirklich so entscheidend für seinen Inhalt? Es sieht ganz so aus. Die Alternative: Keine „Fledermaus“, vielleicht keine „Madama Butterfly“ – und möglicherweise wäre auch die junge Mezzosopranistin aus dem kleinen russischen Dorf im Uralgebirge heute nicht in aller Munde.

Sie können jetzt in der neuen Ausgabe in unseren Geschichten schwelgen und gerne herausfinden, wie Sie das sehen. Auf jeden Fall ist es – mal wieder – eine sehr bunte ­Mischung geworden.

Viel Spaß beim Lesen!


Ihre

Iris Steiner
Chefredakteurin

50 Jahre Leidenschaft …

Der „orpheus“ versteht sich als „Stimme“ der Musiktheaterwelt – als Medium für Opern-, Operetten- und Musicalfans und nicht zuletzt als hochwertiges Magazin mit einer eigenen Meinung, das mit spannenden und gut lesbaren Inhalten unterhält und informiert.


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